Der ewige Träumer

Wenn man konzentriert ist und das tut, was man tun will und noch dazu genau da ist, wo man sein will, dann ist man ein Träumer und spielt auf dem höchsten Level:

  • Engangiert, ohne verbissen zu sein,
  • schnell, ohne sich zu beeilen
  • und unbelastet von nagenden Zweifeln.

Man weiß, dass man ankommt – auch wenn man vielleicht nicht weiß, wann oder wie.

Vielmehr nimmt man bewusst das Risiko in Kauf, zu scheitern … was vielleicht weh tun, aber vorbei gehen wird … und etwas Neuem Platz macht, denn das Leben ist ein unendliches Spiel, das man nicht gewinnen, sondern nur spielen kann … als ewiger Träumer.

In dem Film „Bagger Vance“ heißt es, Gott ist am glücklichsten, wenn seine Kinder spielen – und sind wir nicht alle Kinder Gottes?

Nur sind wir alle in einer Welt aufgewachsen, in der man hingerissen ist von Konkurrenzkämpfen: Der beste zu sein, der schnellste, der schlauste – in jedem Fall der Sieger und um Gottes Willen nicht der Verlierer.

Ich will das nicht bezweifeln, aber … sind das nicht alles Einladungen zur Verbissenheit? Wo bleibt das Spielen?

Spielen ist eine Frage der inneren Einstellung. Der Haltung, wie Tanja Suppiger dieser Tage zu mir sagte. Mich interessiert das Träumen und Spielen ist für mich nur ein anderes Wort dafür.

Aber Träumen ist etwas anderes, als nur vor sich hinzuträumen. Kinder träumen vor sich hin. Oder verspielen sich, wie man sagt. Sie können es ja noch nicht besser.

Erwachsene legen da noch ein, zwei Schippen drauf. Oder könnten es zumindest. Sie arbeiten an sich, um spielen zu können. Um spielerisch und aus dem Herzen heraus handeln zu können. Was Mut erfordert. Und Selbstvertrauen – was Vertrauen in das innere Selbst ist. Das ist der Bereich, den sich alle so sehr wünschen, weil hier alles möglich ist. Aber den sie gleichzeitig fürchten, weil man an dessen Eingang sich selbst zurück lassen muss. Oder zumindest das, was man glaubt, zu sein.

Erst wenn man spielt, kann man an sein Limit und damit in einen echten Flow kommen. Und träumen kann man erst, wenn man sich als Träumer wahrgenommen hat. Als ein Wesen, das viel größer ist, als der Schatten, den man Mensch nennt.

Wir sind nicht Menschen die lernen, spirituelle Wesen zu sein, sondern spirituelle Wesen die lernen, Mensch zu sein

Pierre Teilhard de Chardin

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