Gänsemarsch

In den inneren Welten gibt es nur Hier und Jetzt. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft liegen nebeneinander. Im menschlichen Bewusstsein ist das nicht so. Eines folgt dem anderen - wie bei einem Gänsemarsch.

Wenn Sie Ihre Augen schließen und zur Ruhe kommen, tauchen Sie nach und nach in Ihre inneren Welten ein, in denen sich Schritt für Schritt die Zeit auflöst. Alles ist hier und jetzt.

Wenn man dann die Augen wieder öffnet glauben viele, wieder in die äußere Welt einzutauchen. Aber dem ist nicht so. Man geht nirgendwo hin, sondern ist immer hier und jetzt.

Das heißt: Die inneren Welten und die äußere sind dasselbe.

Worin sich die äußere von den inneren Welten unterscheidet, ist Zeit.

In den inneren Welten ist alles hier und jetzt. Deshalb muss sich auch nichts verändern. Aber das Gehirn des Menschen kann diese gewaltige Fülle nicht 1:1 ins menschliche Bewusstsein übersetzen. Deshalb muss es filtern und damit verändern – und Zeit ist ein Maß der Veränderung. Ein Konzept von „vorher“ und „nachher,“ von „schon“ und „noch nicht.“ Ein Gänsemarsch von Erlebnissen, beim dem das eine dem anderen folgt. Weil das Gehirn so funktioniert.

Was die äußere Welt von den inneren trennt, ist das Gehirn. Oder vielleicht besser: Eine Funktion des Gehirns: der Verstand.

Eine Schwierigkeit, die sich aus diesem Umstand ergibt, ist, dass wir mit jedem Augenblick und mit jedem Schritt neue Bedingungen für die Richtung des Gänsemarsches bestimmen. Dadurch wird so manches möglich, aber anderes vielleicht unmöglich, weil Zeit ein Maß der Veränderung darstellt und damit die Anzahl der Schritte des Gänsemarsches zu einem Ziel festlegt.

Ja, es stimmt: Grundsätzlich kann man alles verwirklichen, was man will. Die Frage ist nur, wie viele Schritte man in diesem Leben (noch) gehen kann.

Und doch …

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